Gesundheit

Wer nicht privat versichert ist, hat immer größere Schwierigkeiten, Termine bei einem Facharzt, besonders bei Kinderärzten, zu bekommen. Noch ist Pankow verhältnismäßig gut mit Ärzten versorgt, aber auch hier ist der Versorgungsgrad abnehmend. Zusätzlich schlagen die Krankenhäuser im Bezirk Alarm, weil sie befürchten, dass die Krankenhausreform sie hart treffen könnte. Dass ein reiches Land wie Deutschland keine gute Gesundheitsversorgung hat, ist niemandem mehr zu erklären. Es muss sofort gegengesteuert werden: Die Fallpauschalen müssen abgeschafft und Krankenhäuser kostendeckend finanziert werden, so wie es das Gesetz vorsieht. Krankenhäuser gehören zudem in gemeinwohlorientierte Trägerschaft. Wir brauchen sofort bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte, mehr Personal und ein Ende von Outsourcing. Eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, in die alle nach ihrem Einkommen einzahlen, ist für mich der Schlüssel zu einem gerechten und nachhaltigen Gesundheitssystem. 

Die Situation in deutschen Krankenhäusern ist alarmierend. Trotz hoher medizinischer Standards gibt es massive Probleme bei der Finanzierung, der Versorgung und den Arbeitsbedingungen. Kliniken stehen durch das Fallpauschalen-System (DRG) unter immensem wirtschaftlichem Druck. Personalmangel und die Abwanderung von Fachkräften führen zu Überlastungen, während gleichzeitig die Schließung von Krankenhäusern die wohnortnahe Versorgung gefährdet. Eine profitgetriebene Gesundheitsversorgung setzt Beschäftigte unter Druck und Leben aufs Spiel.

Denn einerseits müssen Krankenhäuser auf mehr Menge bei lukrativen Diagnosen und Behandlungen setzen (z.B. Operationen). Auf der anderen Seite ist es für Krankenhäuser wirtschaftlich lukrativ, verlustbringende Behandlungen zu vermeiden, also Patient.innen zu selektieren, deren Behandlung innerhalb des Abrechnungssystems „unwirtschaftlich“ erscheint. Damit wird Prävention und niederschwellige Hilfe verhindert! Auch die Folgen für die Versorgungsstruktur sind schwerwiegend: Regelmäßig werden Stationen oder ganze Krankenhäuser aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen, obwohl der Bedarf vorhanden ist und obwohl sie eine qualitativ gute Versorgung leisten.

Die Kommerzialisierung der Krankenhäuser durch Fallpauschalen hat einen großen Nutznießer: Private Krankenhäuser. Seit 1991 hat sich die Zahl der privaten Krankenhäuser verdoppelt, ihr Anteil an Betten mehr als verdreifacht. Sie haben durch die Fallpauschalen die Möglichkeit erhalten, defizitäre Häuser zu übernehmen, oft zu einem Spottpreis, um sie dann auf Profit zu trimmen – beispielsweise durch die Spezialisierung auf finanziell lukrative Eingriffe und geringeren Personaleinsatz. Allein die vier großen privaten Konzerne – Helios, Asklepios, Sana und Rhön – verbuchen jährlich rund eine Milliarde Euro Gewinn, die aus den Beiträgen der Krankenversicherten finanziert werden.

Wer mit Krankenhäusern Profite macht, tut dies auf Kosten der Versorgung von Patient.innen und auf dem Rücken der Beschäftigten. Damit muss Schluss sein!